Daniela Knor

Schriftstellerin

Über den Roman und die Arbeit an „Der Tag des Zorns“

Um es gleich vorweg zu nehmen: „Tag des Zorns“ ist KEIN Armalion-Roman, auch wenn das auf dem Cover steht.

„Tag des Zorns“ war mein erstes in der Welt von „Das Schwarze Auge“ angesiedeltes Projekt. Da ich einige Jahre selbst DSA gespielt habe, fand ich die Idee ganz reizvoll, einmal in dieser vorgegebenen Welt zu schreiben, anstatt in meiner selbst erdachten. Ich wollte dabei das komische Potenzial von Zwergen nutzen, ohne sie lächerlich zu machen, denn sie hatten es meiner Meinung nach verdient, in einem eigenen Roman gewürdigt zu werden. Ein Zwerg ist einfach mehr als nur ein ungewaschener, goldgieriger Kämpfer im Kleinformat.

Den groben Handlungsrahmen gab mir eine Episode aus der zwergischen Geschichte, die in der Spielhilfe „Dunkle Städte, lichte Wälder“ nachzulesen ist und mit dem Tag des Zorns endet. Ich fand, dass sie sich anbot, um sie mit Leben auszufüllen, überlegte mir ein paar Charaktere dazu und schrieb die ersten drei Kapitel. Leider erforderten dann erst einmal andere Dinge in meinem Leben meine Aufmerksamkeit, sodass dieser Anfang eine ganze Weile in der Schublade verstaubte. Irgendwann fielen mir die drei Kapitel jedoch wieder ein, und ich schickte sie als Leseprobe an Fantasy Productions. Bis dahin hatte ich die Erfahrung gemacht, dass sich Verlage mindestens mehrere Monate Zeit lassen, bis sie einem Autor eine Antwort zukommen lassen (in meinem Fall bis dahin immer eine Standardabsage). Deshalb dachte ich, dass ich nun ausreichend Zeit hätte, den Roman in Ruhe zu beenden, bis sich FanPro überhaupt meldet.

Tja, Pustekuchen! Wenige Tage später rief Werner Fuchs bei mir an und wollte gern das komplette Manuskript lesen. Ab da verlief alles etwas hektisch … So mögen mir all jene verzeihen, die in „Der Tag des Zorns“ mehr aventurische Fehler gefunden haben als in „Blaues Licht“.

Mir ging es beim Schreiben vor allem darum, deutlich zu machen, warum Calaman so anders ist als Otto-Normal-Zwerg. Im Grunde ist seine ganze Familie weltoffener, neugieriger und abenteuerlustiger veranlagt, sodass es früher oder später zum Bruch mit den konservativen Kreisen in Xorlosch kommen musste. Der Handlungsstrang um den Geoden Ubaraschax (mit dem Menschen Mevga, dem Orkbaby und den Zauberexperimenten) diente dazu, diese Aufgeschlossenheit und Andersartigkeit der Söhne Curobans zu unterstreichen. Deutlich heben sich davon die Söhne Aboralms ab, die nicht nur in den alten Traditionen verhaftet, sondern dazu noch besonders gierig nach Schätzen und deshalb leichter von Pyrdacor beeinflussbar sind. Es verwundert nicht, dass diese Gruppe später ausgerechnet ins Orkland zog und dort letztendlich von dunklen Kräften zerrieben wurde. Die Geschichte der Zwerge bietet eigentlich sehr viel Stoff für weitere Romane, die zwangsläufig düsterer ausfallen müssen, denn die „heile Zwergenwelt“ ist mit dem Tag des Zorns ein für alle Mal vergangen.

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