Daniela Knor

Schriftstellerin

Über die Romane und die Arbeit an der Hjaldinger-Saga

Wenn ich von der Arbeit an der Hjaldinger-Saga erzähle, muss ich aufpassen, dass ich nicht zu ausufernd werde, denn sie war eines meiner Lieblingsprojekte. Die Idee, aus Jurgas großer Überfahrt einen Roman zu machen, geisterte mir mehrere Jahre im Kopf herum, aber immer wieder wurde ich von FanPro auf später vertröstet, weil die Umstände noch nicht reif waren. Im Sommer 2005 war es dann endlich so weit: Die Planung durfte konkret werden. Und sehr schnell zeichnete sich ab, dass diese Geschichte zu groß ist, um sie in einen einzigen 350-Seiten-Roman zu pferchen. Ich durfte die Hjaldinger-Saga als Trilogie konzipieren.

Den ganzen Herbst hindurch war ich damit beschäftigt, eine Hjaldinger-Kultur zu entwerfen, die sie als eigenständiges Volk zeigt und zugleich Kontinuität zu ihren aventurischen Nachfahren, den Thorwalern, erkennen lässt. Neben der umfangreichen Recherche über die Wikinger und vor allem ihre germanischen Vorfahren musste natürlich auch der myranische Hintergrund einfließen. Die Hjaldinger sollten keine Aventurier oder gar „Erdlinge“ auf dem Kontinent Myranor werden, sondern aus denselben historischen Wurzeln entstammen wie die benachbarten Völker. Damit dies alles mit den Vorstellungen der DSA-Redaktion konform blieb, war es immer wieder nötig, Details mit Thomas Römer zu besprechen, der ohnehin gerade mit der Überarbeitung der Myranor-Spielhilfe beschäftigt war.

Auf dieser Basis entstand dann auch das Exposé, das alle drei Bände umfasste, damit der Verlauf der Handlungsstränge von Anfang an in sich schlüssig war. Das war mir auch deshalb wichtig, weil ich es als Leser nicht leiden kann, wenn man einer Geschichte anmerkt, dass sich der Autor zunächst nur den ersten Band überlegt hat, ohne vorauszuplanen. Während des eigentlichen Schreibens ändert sich dann sowieso noch genug, weil die Charaktere anfangen, ihr Eigenleben zu entfalten 😉

Genau so war es dann auch. Jurga entwickelte die eigenwillige Persönlichkeit, die mir bereits vorgeschwebt hatte, und auch die anderen Hjaldinger sind in ihrem Jähzorn und ihrer Sturheit schwer zu bändigen, sodass einige Episoden entstanden, die im Exposé nicht vorgesehen waren. So hat mir das Schreiben die größte Freude bereitet, und wie immer hoffe ich, dass dieser Funke auf den Leser überspringt.

Zu meinem Bedauern konnte ich den dritten Band bis heute nicht schreiben, weil sich zeigte, dass die Zielgruppe für DSA-Romane zu klein ist, um einer Vollzeit-Autorin wie mir ausreichend hohe Honorare einzubringen. Auch Schriftsteller müssen von ihren Einnahmen leben können, und so wird diese Trilogie wohl leider unvollendet bleiben.

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